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Bildergallerie
Während unseres 6-monatigen
Aufenthaltes in Minneapolis,
finanzierten wir unseren
Lebensunterhalt durch die
begehrte aber sehr schwierig zu
erhaltende Arbeit in einer
kleinen Tierklinik im
nördlichen Minneapolis nur ein
paar Blocks von unserem Wohnort
entfernt.
Für uns war es ein
Glücksfall, da wir beide keine
Ausbildung in diesem Bereich
haben und unseren Job der
Risikobereitschaft und der
freundschaftlichen Beziehungen
des Chefs der Klinik Dr. Scanlan
zu Deutschland verdanken.
Die Amerikaner verzichten in
gering qualifizierten Jobs auf
umständliche Bewerbungen,
sondern sind mit dem Ausfüllen
von einseitigen Formularen
zufrieden.
Diese Formulare finden sich in
den größeren Städten an fast
jeder Ladentheke oder Kassen von
Supermärkten,
Schnellrestaurants,
Wäschereien, Gärtnereien
etc.
In dem "Application
sheet" stellen Sie sich
kurz mit der Qualifikation,
tabellarischen Lebenslauf und
Berufserfahrungen für den
gewünschten Arbeitsbereich vor.
Bei Interesse und Bedarf werden
Sie angerufen und dürfen sich
persönlich vorstellen.
Wir haben mehrere Tage damit
zugebracht, in allen
auffindbaren Tierkliniken und
Unis von Minneapolis für
Tiermedizin etc. diese
Applications auszufüllen und
zum Teil auch das persönliche
Gespräch mit
Personalverantwortlichen zu
suchen. Oft wurde abgewunken,
weil wir beide außer
Erfahrungen im Umgang mit
Haustieren nichts vorzuweisen
hatten, um einen qualifizierten
Job in diesem Bereich zu
bekommen. Als Rezeptionist ist
man verantwortlich für die
Kundenabwicklung, Kundenberatung
auf einfachem Niveau (wie bringe
ich meinen Hund dazu, nicht
immer in seine Hütte zu kacken,
warum leckt meine Katze sich
ständig die Pfoten...) und den
Verkauf von Tierbedarf aller Art
(Futter, Medikamente). Im Umgang
mit EDV sollte man vertraut
sein, weil die Kundenabwicklung
und der Verkauf über die EDV
erfolgt.
So rief uns die Tierklinik
bald nach dem Ausfüllen der
Bewerbung an und bat um ein
persönliches Gespräch. Dr.
Scanlan zeigte sich sehr
interessiert und bot uns an auf
Teilzeitbasis für US-$ 8/
Stunde zu arbeiten, was einem
sehr guten Stundenlohn
entsprach. Die Auszahlung
erfolgt in den USA i.d.R. alle
14 Tage mit einem
"Paycheck", der wie
Bargeld bei jeder Bank
eingelöst werden kann. Ein für
mich persönlich negatives
Erlebnis war, daß die z.T.
übertriebene Tierliebe der
Amerikaner sehr schnell in das
Gegenteil umschlagen kann.
Eines Tages stellte mir ein
Kunde seinen schwanzwedelnden
kleinen Mischlingshund auf die
Theke und bat darum, ihn
einschläfern zu lassen. Ich
erkundigte mich nach der
Krankheit des Hundes und ließ
mir zu meiner Verblüffung
erklären, daß der Hund wegen
Familiennachwuchs nicht mehr
benötigt werde. Ich vertraute
aber der tierärztlichen Ethik
des Arztes und übermittelte den
Wunsch des Kunden Dr. Dalton,
einem angestellten Tierarzt der
Klinik. Er untersuchte den Hund,
stellte seine völlige
Gesundheit fest, bereitete aber
trotzdem achselzuckend die
Einschläferung vor. Er hatte
sich einmal einem ähnlichen
Vorgang verweigert und wurde
daraufhin vom Chef abgemahnt.
Insofern verstand ich seine
Position, die des Tierbesitzers
aber nicht.
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