Bericht von Constanze Mittelbach
Der professionelle Pferdetransport durch die Luft begann Anfang der 60er Jahre. Der erste nachweisbare Transportflug eines Pferdes erfolgte 1924, ein Rennpferd wurde mitsamt des Reiters von Paris nach London zu einem Rennen geflogen. Mittlerweile ist es technisch kein Problem mehr, in einer Boeing 747 bis zu 78 Pferden mit ihren Begleitern unterzubringen.
In der Pferdewirtschaft Kentuckys werden in der Zucht sehr wertvolle Vollblüter mit ausgezeichneten Rennqualitäten gezüchtet. Diese erregen weltweites Interesse, so daß für Kunden in Dubai oder anderen Golfstaaten besonders begehrte Rennpferde per Luftfracht aus Kentucky in die Golfstaaten transportiert werden. Aber auch Stuten für die Zucht werden weltweit verfrachtet.
Ich durfte während meines Aufenthaltes in Kentucky an den Vorbereitungen für einen Luftfrachttransport auf dem Flughafen von Louisville teilnehmen. Die Pferde wurden nach Japan geflogen.
Die Pferde werden mit großen Trucks zum Flughafen gebracht, in die sie in den frühen Morgenstunden auf den Farmen verladen wurden. Jedes Pferd erhält im Flugzeug eine etwa 2x2m große Box mit genügend Einstreu, Futter und Wasser. Im Flugzeug selbst werden alle Pferde von insgesamt 3-4 Pferdepflegern betreut. Jeder Flug erfordert eine genaue Planung und Koordination durch speziell ausgebildete Fachleute, die dann auch für das Verladen verantwortlich sind. Sollte ein Pferd während des Fluges aus Angst und Nervosität ernsthaft die Sicherheit gefährden, wird es getötet. In der Regel aber bleiben die Pferde durch sichere Druckverhältnisse im Flugzeug während des Fluges in ihren stabilen Boxen ruhig. Auch kann die Verabreichung von Beruhigungsmitteln bei schwierigen Pferden erfolgen, aber im Gegensatz zu früher, wo grundsätzlich jedes Pferd medikamentös ruhig gestellt wurde, erfolgt das heute nur in Einzelfällen.
Nachteilig wirkt sich der schnelle Transport auf die Ausbreitung von Tierseuchen aus. Daher erhalten die Pferde vor ihrer Reise eine 4-wöchige Quarantäne auf speziellen Farmen und werden nach Ankunft im Zielland wiederum 4 Wochen in Quarantäne gestellt.
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