Jobs im Ausland, informieren und bewerben
Stellenticker, jetzt eintragen, immer aktuell informiert

als Pferdeaupair ins Ausland

Jetzt bewerben für Pferdeaupair im Ausland !




auf auslandserfahrungen.de


Wörterbuch Deutsch-Englisch alles über Pferde


Newsletter abonnieren
Reiseberichte/ Infos
Newsletterarchiv
Erfahrungsberichte privat
»Nützliche Infos
»Kontakt
»Werden Sie Linkpartner
»Bannerwerbung für 1 Euro
»Affiliate
»Ihr Erfahrungsbericht
»Partnerlinks
Krankenversicherung für Auslandsaufenthalte

günstige Auslandskrankenversicherungen für Schüler und Praktikanten

» Kosten kalkulieren

 

Südafrika - Erfahrungsbericht von Julia Busch

  

      Dieser Reisebericht wird mit freundlicher Genehmigung von Julia Busch nach einem einjährigen Aufenthalt in Südafrika 2007 veröffentlicht.

      Julia Busch hat dort in einer Schule mit behinderten Kindern in Kapstadt gearbeitet.

      Kind in Südafrika Kind in Südafrika

      Möchten auch Sie uns schreiben oder Ihre Bilder schicken ?

      Mailen Sie uns: sebfrick(at)gmx.de


      Erfahrungsbericht Südafrika von Julia Busch

      Hallo Sebastian!

      Danke für die schnelle Antwort! Hab mich sehr gefreut.

      Ich würde ziemlich gerne meine Erfahrungen mit anderen Leuten austauschen und würde mich deshalb über eine Veröffentlichung ziemlich freuen.

        Julia Busch mit Kindern in Suedafrika

        Nun ja, ein bisschen über mich.

        Letztes Jahr im Juni hab ich mein Abi an einem privaten Mädchengymnasium gemacht und musste nun entscheiden was ich mit meiner Zukunft nun anfangen soll.

        Den Wunsch etwas Praktisches, Sinnvolles nach der Schule zu machen hatte ich eigentlich schon Jahre vorher. Und das es in Deutschland sein sollte stand auch für mich lange fest. Nur wohin? Durchs lange recherchieren entschied ich mich für die Organisation AFS, die Freiwilligendienste anbietet und bewarb mich für Australien, Südafrika und Ghana. Da ich eigentlich schon immer mal nach Afrika wollte, war nun Südafrika das Ziel meiner Reise.

        Kap Suedafrika

        Paar Wochen bevor es dann losging, erhielt ich die erlösende Antwort auch von AFS: „Liebe Julia, wir haben ein Platz für Sie gefunden, in Kapstadt an einer Schule für behinderte Kinder!“ Und ich empfand Freunde und Schock zugleich. Freunde, das es Kapstadt war und nicht Johannesburg oder eine abgeschiedene Farm im Nirgendswo-land, und Schock weil ich noch nie mit behinderten Menschen gearbeitet habe und ich es mir auch nicht vorstellen konnte.

        Doch darüber nach zu denken war wenig Zeit. Die Koffer waren gepackt und Südafrika wartete schon.


        Anzeige:

        CheapTickets.de - Mietwagen weltweit!

        Doch bei der Ankunft gleich der 2. Schock. Es war Winter! Wer denkt denn schon dass es in Afrika mal Winter sein kann? Und wer packt schon seine Winterklamotten ein wenn es nach Kapstadt geht? Ich nicht. In der Schule selbst bekamen wir eine kleine Wohnung für mich und eine anderen Freiwillige aus Deutschland. Sehr geräumig aber ohne Heizung, Decken und mit einem kaputten Fester das sich nicht richtig schließen konnte.

        Die ersten Wochen habe ich mich so gar nicht wohl gefühlt. Es war immer kalt, zu Essen gabs wenig und eine richtige Aufgabe konnte uns irgendwie auch keiner geben.

        Die Schule selbst befindet sich in einem Vorort von Kapstadt. (Direkt neben einem Township) Kinder (etwa 450), die dort hingehen sind meist körperlich behindert oder haben eine Lernschwäche. Die Meisten kommen aus ziemlich armen Verhältnissen oder wohnen in Townships.

        Ein Kulturschock von allen Seiten. Die Armut und die Behinderung der Kinder mit der man nun umgehen musste. Die Tatsache, dass man das Schulgebäude nicht wirklich verlassen konnte – zu gefährlich für so ein weißes Mädchen. Und die ständigen Verständigungsprobleme mit den Einheimischen, die meist Afrikaans sprachen.

        Doch ich bin fest der Meinung, dass der Mensch sich an alle Situationen gewöhnen kann. Und so verging die Zeit wie im Fluge. Wir bekamen unsere täglichen Aufgaben, wie

        · Computerunterricht geben in dem neu eingerichtetem Computerraum

        · Assistieren bei der Reittherapie

        · Assistieren beim Golfunterricht

        · Schwimmunterricht geben

        Und vieles mehr…

        Behindertenschule in Suedafrika

        Ich konnte es dann kaum glauben, als mir klar wurde das ich nur noch wenige Wochen mit den Kindern habe. All die Probleme und der Stress am Anfang waren wie vergessen und ich habe meine Arbeit so genossen, dass ich überhaupt nicht mehr heimwollte.

        In dem 1 Jahr habe ich so viel gelernt – nicht nur über andere Kulturen und Menschen, sondern vor allem über mich selbst. Ich hätte nie geglaubt was es für einen Spaß macht mit behinderten Kindern zu arbeiten. Besonders diese haben mir die Augen geöffnet was das Leben betrifft. Die Kinder dort haben so wenig und sich trotzdem immer fröhlich und am Lachen. Sie teilen das was die haben, auch wenn es so wenig ist. (Ich habe sogar gelernt wie man 1 Apfel mit seinen 10 Mitschülern teilen kann!)

        Das Besondere ist, dass ich in der ganzen Zeit dort von niemandem eine Klage über seine Behinderung oder Armut gehört habe. Sie akzeptieren es so wie es ist und versuchen das Beste draus zu machen. Besuchen Rollstuhl-Basketball- oder sogar Tanzkurse!

        Julia Busch mit Kindern in SüdafrikaWir, hier in Deutschland müssen uns wohl eine Scheibe davon abschneiden.


        Das Jahr Südafrika hat mich so verändert, das als ich zurück nach Deutschland kam, wohl wieder einen Kulturschock erlebte. Ich vermisste die Offenheit, die Lebensfreude und die Zufriedenheit der Südafrikaner. Hatte irgendwie Heimweh.

        So beschloss ich am Ende, ich muss zurück.

        Nächstes Jahr in Februar fange ich mein Studium der Sozialen Arbeit an der University of Cape Town an. Ein Traum der nun in Erfühlung geht. Auch das Studienfach wird dort viel bedeutsamer angesehen als hier in Deutschland.

        Jedoch ist dieser Traum wohl nicht von Dauer. Das Studium kostet pro Jahr 4000€, Kosten für Verpflegung, Bücher - exklusive. Meine Eltern können sich das volle Studium von 4 Jahren leider nicht leisten. Auf der Suche nach Stipendien wird man nur abgelehnt, denn wer hat heut zu Tage schon Geld?

        "Wer nicht an einer deutschen Uni studiert, braucht kein Bafög zu beantragen." "Versuchen Sie´s in Südafrika"

        Wer jedoch keine südafrikanische Staatsbürgerschaft hat, braucht es nicht mal zu versuchen.

        So bleibt mir nur die Hoffnung, dass sich irgendetwas findet was mir meinen Traum näher bringt. Und wie die Afrikaner so schön sagen: Je kleiner die Eidechse, desto größer ist ihre Hoffnung, ein Krokodil zu werden.

        Dorf in Südafrika Zebra


        Julia Busch


        mehr Reiseberichte Südafrika

        zur Hauptseite Südafrika