Paar Wochen bevor es dann losging, erhielt ich die erlösende Antwort auch von AFS: „Liebe Julia, wir haben ein Platz für Sie gefunden, in Kapstadt an einer Schule für behinderte Kinder!“ Und ich empfand Freunde und Schock zugleich. Freunde, das es Kapstadt war und nicht Johannesburg oder eine abgeschiedene Farm im Nirgendswo-land, und Schock weil ich noch nie mit behinderten Menschen gearbeitet habe und ich es mir auch nicht vorstellen konnte.
Doch darüber nach zu denken war wenig Zeit. Die Koffer waren gepackt und Südafrika wartete schon.
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Doch bei der Ankunft gleich der 2. Schock. Es war Winter! Wer denkt denn schon dass es in Afrika mal Winter sein kann? Und wer packt schon seine Winterklamotten ein wenn es nach Kapstadt geht? Ich nicht. In der Schule selbst bekamen wir eine kleine Wohnung für mich und eine anderen Freiwillige aus Deutschland. Sehr geräumig aber ohne Heizung, Decken und mit einem kaputten Fester das sich nicht richtig schließen konnte.
Die ersten Wochen habe ich mich so gar nicht wohl gefühlt. Es war immer kalt, zu Essen gabs wenig und eine richtige Aufgabe konnte uns irgendwie auch keiner geben.
Die Schule selbst befindet sich in einem Vorort von Kapstadt. (Direkt neben einem Township) Kinder (etwa 450), die dort hingehen sind meist körperlich behindert oder haben eine Lernschwäche. Die Meisten kommen aus ziemlich armen Verhältnissen oder wohnen in Townships.
Ein Kulturschock von allen Seiten. Die Armut und die Behinderung der Kinder mit der man nun umgehen musste. Die Tatsache, dass man das Schulgebäude nicht wirklich verlassen konnte zu gefährlich für so ein weißes Mädchen. Und die ständigen Verständigungsprobleme mit den Einheimischen, die meist Afrikaans sprachen.
Doch ich bin fest der Meinung, dass der Mensch sich an alle Situationen gewöhnen kann. Und so verging die Zeit wie im Fluge. Wir bekamen unsere täglichen Aufgaben, wie
· Computerunterricht geben in dem neu eingerichtetem Computerraum
· Assistieren bei der Reittherapie
· Assistieren beim Golfunterricht
· Schwimmunterricht geben
Und vieles mehr…