Kolumbien


    Kolumbien

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    Reisebericht Kolumbien Oktober 2009

    Bericht und Bilder: Dr. Frick/ Kassel


    Flug nach Kolumbien


    Unsere Reisevorbereitungen wurden von Stirnrunzeln, bedenklichen Fragen und gut gemeinten Ratschlägen und Ermahnungen von Freunden begleitet. Aber wir wollten den letzten "weissen Fleck" des Subkontinents nun auch noch kennenlernen. Nach knapp 11stündigem Flug von Madrid nach Bogotá empfängt uns unser Führer, Dolmetscher und ständiger Begleiter Holger, der seit 15 Jahren als Farmer im Land lebt und in seiner Freizeit Touristengruppen begleitet. Unser Quartier im bescheidenen Abadia Colonial im kolonialen Viertel der Metropole zeichnet sich durch die verkehrsreiche, laute Gasse, ununterbrochenes nächtliches Hundegebell und ein recht bescheidenes Frühstück aus. Die Wirtsleute sind freundlich und sehr bemüht, aber schon die ersten Tage machen deutlich, dass die touristische Infrastruktur im Land noch zu wünschen übrig lässt. Nach über 10jährigen Südamerika-Reisen stellen wir fest, dass selbst ärmere Länder wie Bolivien oder Paraguay in dieser Hinsicht besser ausgestattet sind. In vielen, auch besseren Häusern fehlt es am Nötigsten und wird erst auf Nachfrage bereitgestellt. Aber trotzdem, Kolumbien ist allemal eine Reise wert!

    Beim Besuch des Stadtzentrums mit Parlament, Rathaus, Präsidentenpalast und dem imposanten, hochmodernen Goldmuseum sind die vielen Polizisten und Militärs unübersehbar. Später im Landesinneren wird die Präsenz Bewaffneter Ordnungskräfte noch deutlicher. Die Wachposten im Regierungsviertel tragen Uniformen in Preussisch Blau und sind mit sehr fotogenen Pickelhauben aber auch automatischen Waffen ausgerüstet.

    Zentrum Bogota Zentrum von Bogota


    Mit der Seilbahn auf den Hausberg Montserrat zu gondeln ist ein besonderes Erlebnis, der Rundumblick auf die Metropole (offiziell 8 Mio Einwohner, dass es eher 10 Mio sein sollen, glaubt man angesichts der in allen Himmelsrichtungen an den Berghängen wuchernden Armenviertel gern) ist überwältigend. Am Nachmittag statten wir einem im Süden liegenden Armenviertel einen Besuch ab und erfahren einiges über die Aktivitäten des mit deutscher Hilfe und privaten Spenden (darunter auch ein Beitrag aus unseren Reisekosten) installierten Sozialprojektes Niños de los Andes, dass Schulunterricht organisiert, eine kleine Bibliothek finanziert und die vielen Kleinbetriebe und meist kinderreichen Handwerkerfamilien unterstützt.

    Während des dreitägigen Aufenthalts in der Hauptstadt steht auch eine Busfahrt nach Zipaquirá, ca. 45 km nördlich Bogotá mit dem Besuch der berühmten "Salzkathedrale" auf dem Programm. Dort hat man die obere Sohle eines Salzbergwerkes mit ihren riesigen Kavernen zu einem unterirdischen, mehrschiffigen Kirchen- und Konzertraum ausgebaut. Figuren, Altäre und Kruzifixe sind aus dem anstehenden Salz und Nebengebirge ausgehauen und gefräst. Die ganze Szenerie wird in wechselnden Farben beleuchtet. Wir verlassen diese Sehenswürdigkeit mit gemischten Gefühlen. Überschäumende Frömmigkeit hat auch anderswo auf der Welt seltsame Blüten hervorgebracht! Heute wird der Abbau mittels Laugung bewerkstelligt und die Sole über Leitungen direkt in die Salzfabrik gefördert.

    Anden in Kolumbien Anden in Kolumbien


    Der anschliessende Stadtbummel in dem hübschen kolonialen und sonnigen Städtchen tut uns wohl. Die Rückfahrt nach Bogotá führt über die Lagune von Guatavita, einem Kratersee, den man über einen teilweise recht steilen Aufstieg erreicht. Beim Abstieg überrascht und durchnässt uns einer dieser heftigen Regenschauer, die urplötzlich niedergehen und nicht enden wollen.

    In aller Frühe treten wir am nächsten Morgen den 1stündigen Flug nach Neiva mit schönen Ausblicken auf Anden und Flusstal des Rio Magdalena an, werden von unserem Fahrer Victor, der in 5-stündiger Fahrt von Bogotá den Wagen brachte abgeholt und nach S. Agustin, ca 180 km südwestlich Neiva gefahren. Der Besuch des Parque Arqueologico San Agustin, der bedeutendsten Ausgrabungsstätte des Landes mit ihren Steinstatuen und Grabanlagen aus der Zeit um 100 bis 700 n.Chr. ist zweifellos einer der Höhepunkte unseres Reiseprogramms. In einer bescheiden ausgestatteten Posada, z.T. noch im Rohbau, machen wir Quartier. Die grandiose Lage auf einem Hügel mit herrlichen Ausblicken in die Umgebung entschädigt für die Abstriche am Komfort des Hauses.

    Mit klapprigem Jeep geht es auf Fahrt auf Schotterpiste an Steilhängen entlang ins Tals des Magdalena. Wir bewundern die Bananenfelder an steilen Hängen, ärmliche Hütten, Zuckerrohrpflanzungen, Kaffeeplantagen, vereinzelt Bambuswäldchen im Tal. Grandiose Landschaften bieten sich bei der Weiterfahrt zum Estrecho del Magdalena, einer Engstelle im Tal des Flusses, der hier seine ganzen Wassermassen durch eine etwa 5 m breite Felsenschlucht jagen muss. Am Ende des Tages besuchen wir noch den Mortiño-Wasserfall bei Isnos. Der schläfrige Besitzer des Landes nutzt seine Chance und kassiert einige Pesos für die Benutzung des Pfades, der zum Aussichtspunkt führt.

    Gullierosion in Kolumbien Gullierosion in Kolumbien


    Am 6. Reisetag fährt uns Victor über Pitalito wieder nach Neiva. In Timana steht die älteste Kirche des Bundeslandes Huila und ein uralter Ceibo-Baum im Städtchen Gigante weckt unser Interesse. Es ist Sonntag und die Siedlungen sind voll mit Besuchern aus den umliegenden Dörfern und Gehöften. Es wird gehandelt, gescherzt und auch der Alkoholgenuss scheint zum Sonntagsvergnügen der Bevölkerung zu gehören. Wir durchqueren Neiva und erreichen nach 30 km die Halbwüste von Tatacoa, in der wir bei ungewohnt grosser Hitze eine Wanderung unternehmen. Fossile Reste von Amphibien und Fischen verraten, dass wir uns auf dem Boden eines Binnensees aus der Oberkreidezeit bewegen, der schon im Alttertiär trocken fiel. Rote und gelbe Sandsteinwände ragen auf und werden von schluchtartigen Erosionsrinnen durchfurcht. Nach Norden geht die Halbwüste in echte Wüste über.

    Nach der Übernachtung in Neiva geht die Fahrt entlang des Rio Magdalena nach Norden. Nach ca. 145 km in der Stadt El Espinal werden Einkäufe gemacht. Ab hier geht es nach Ibague in nordwestlicher Richtung und in die Bergkette der Cordillera Central, wo wir nach kurvenreicher Bergauffahrt den Pass auf ca. 3300 m erreichen und auf der Westseite in dichtem Nebel abwärts fahren. Über Cajamarca und durch das Städtchen Calarca kurz vor Armenia geht die Fahrt bei nun strahlendem Sonnenschein weiter. Schliesslich biegen wir auf einer Nebenstrecke nach Norden ab und erreichen unser Tagesziel bei Salento. Die kleine Herberge überrascht mit einem vorzüglichen Forellenmahl zum Abend.

    Kaffepflücker in Kolumbien Kaffeebohnen in Kolumbien


    Nach kurzer Fahrt durch die Kaffeezone machen wir Pause im Städtchen Filandia, von dessen neuen Aussichtsturm auf einem Hügel über dem Ort geniessen wir herrliche Ausblicke über die Hügel und Täler der Kaffeezone und besichtigen den Friedhof. In Filandia wurden Teile des bekannten Films "Milagro en Roma" hergestellt, dessen Drehbuch von Gabriel Garcia Marquez (Nobelpreis 1982) stammt. Am Nachmittag erreichen wir die imposante Finca Valencia bei Alcala und verbringen den Rest des Tages bei einer Kaffee-Verkostung aus eigener Produktion der zur Finca gehörenden Hacienda.

    Am Vormittag des nächsten Tages, unserem 10. Reisetag, steht eine lehrreiche Wanderung durch die Kaffeeplantagen unter Führung des Betriebsleiters und Vorführung der Kaffeeproduktion: Ernte, Trocknen, Schälen, Rösten auf dem Programm. Am Nachmittag brechen wir zu einer 3-stündigen Flossfahrt von 17 km Flussstrecke auf einem Nebenfluss des Rio Cauca auf. Schwimmwesten sind auch hier obligatorisch; ein Zeltdach schützt vor der sengenden Sonne. Zwei junge Männer steuern das Gefährt routiniert durch Flachwasserstellen, an denen der ansonsten gemächlich dahin fliessende Fluss recht munter wird und wir manchmal bedenklich schnell und nah an die felsigen Ufer treiben. Zweimal muss ein Helfer ins Wasser und das Floss mit Muskelkraft auf Kurs bringen. Auf halber Strecke wird ein Picknick mit Hühnchen, Brot, Obst und Getränken gereicht. Der Besitzer des Uferstreifens und sein Sohn stellen sich ein, lassen ihre Pferde grasen und kassieren natürlich für die Benutzung ihres Grundstücks.

    Nach dem Frühstück und reichlichem Kaffeegenuss verlassen wir die Finca und ihr gastfreundliches Personal und begeben uns auf die 6-stündige Fahrt nach Medellin, der Hauptstadt des Bundesstattes Antioquia und bekannter Wohnsitz der kolumbianischen Drogen-Bosse, die noch nicht im Gefängnis oder im Ausland ihre Zeit verbringen. Zunächst befahren wir die Hauptstrasse über Pereira nach Manizales, von dort geht es auf einer Nebenstrecke durch die Cordillera zur Panamericana entlang dem Rio Cauca durch die Städtchen La Pintada, Santa Barbara und Caldas in die Millionenstadt. Wir beziehen unser Hotel Estadio Real, fahren mit der sauberen, schnellen Metro ins Zentrum und besteigen die moderne Kabinenbahn auf einen Aussichtshügel oberhalb eines Armenviertels mit schönen Ausblicken auf Stadt und Berglandschaften der Umgebung. Nach den ruhigen Tagen auf den Fincas und in den Städten der Kaffeezone und nach allem, was man hierzulande über diese Stadt hört und liest finden wir uns erstaunlich rasch mit der geschäftigen, lauten und verkehrsreichen Innenstadt ab. In keinem Land Südamerikas haben wir jemals ein solches Aufgebot an Militär und Polizei erlebt. Wir fühlten uns bestens beschützt von der zahlreichen Polizei, diese wiederum wird ihrerseits vom Militär bewacht; so jedenfalls erklären wir uns die "Doppelbesetzung".

    Wasserfall in den Anden von Kolumbien Berghang in den Anden von Kolumbien


    Nach lauter Nacht unternehmen wir eine Fahrt in nordwestlicher Richtung durch beeindruckende Berglandschaften ins Tal des Rio Cauca. Beim Städtchen Santa Fe de Antioquia erreichen wir den Fluss und besichtigen und überqueren schliesslich die Puente de Occidente, das älteste Brückenbauwerk (Hängebrücke, um 1895 begonnen), das den Westteil des Landes mit den östlichen Landesteilen verband. Die Trägerkonstruktion, Seile und jeweils 2 turmartige Pfeiler an den Ufern wurden mit eigens aus Deutschland eingeführtem Krupp-Stahl errichtet. Natürlich muss Brückenzoll entrichtet werden und die Einheimischen verdienen sich ein Zubrot mit dem Verkauf von allerlei Getränken und Süssigkeiten. Eine Dose Bier Marke Aguila oder eine Tüte Coca Cola sind ja auch mal eine willkommene Abwechslung mit der obligatorischen Wasserflasche im Rucksack. Zurück in Medellin geht ein Gewitterschauer nieder, den wir abwarten, bevor es zum Stadtrundgang und zur Besichtigung der Kathedrale geht. Abendessen nehmen wir in einem schönen, gut geführten typisch kolumbianischen Restaurant ein.

    Ein stressiger Reisetag steht uns bevor: 4:00 Uhr Aufstehen, 5:00 Uhr Abfahrt vom Hotel, 6:00 Uhr Start zum Flug über Bogota nach Santa Marta im heissen, karibischen Norden des Landes. Unser Fluggerät ab Bogotá ist ein funkelnagelneuer Airbus A 320. In Santa Marta starb 1831 der Befreier von spanischer Kolonialherrschaft Simon Bolivar. Aus den damaligen Vizekönigreichen entstanden nach seinen Feldzügen die heutigen Länder Panama, Kolumbien, Venezuela und Ecuador. A. von Humboldt hatte die Länder 1800 bis 1804 noch unter spanischer Herrschaft bereist, stand aber mit Bolivar schon in Verbindung und war von dem jungen Offizier und dessen Ideen begeistert.

    Tropische Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit stehen im krassen Kontrast zu den gewohnten gemässigten Klimaten der Bergregionen, in denen wir uns bisher aufhielten und machen uns zu schaffen. Im modernen, streng bewachten und hermetisch abgeschlossenen Hotelkomplex Santamar mit internationalem Hotelstandard, ordentlichen Bungalows, Pool, Bar und Strand nehmen wir Quartier.

    Bus in Kolumbien Kind in Kolumbien


    Am Tag danach geniessen wir die karibische Sonne und fliehen dem Strandbetrieb des Hotels. Wenige 100 m neben dem hoteleigenen Strand beginnt die Welt der Einheimischen. Auf der Terrasse einer bescheidenen Hütte machen wir es uns bequem und geniessen das Familienleben der Menschen, die um die Mittagszeit aus dem benachbarten Hinterland in Scharen einfallen. Jetzt entpuppt sich die Hütte als Restaurant, fangfrischer Fisch wird angeliefert und in der Küche beginnen Familienmitglieder mit der Zubereitung der Mahlzeiten. Wir bestellen und bekommen nach kurzer Zeit einen Pargo serviert, der zum Feinsten gehört, was wir je an Fischgerichten genossen haben.

    Nach einem Stadtrundgang, Besichtigung der Kathedrale und des Denkmals von S. Bolivar, der hier starb, unternehmen wir am Abend noch eine Fahrt auf kurvenreicher Strasse in die Küstenberge über der Stadt, um die nächtliche Stadtansicht aus der Vogelpespektive zu geniessen.

    Es naht das Ende der Reise, die mit einem historischen Höhepunkt der südlichen Karibik enden soll. Mit dem öffentlichem Bus geht es auf die 200 km lange Strecke nach Cartagena, der ehemals wichtigsten Handelsstadt, bedeutendster Hafen und stärkste Festung der Kolonialmacht auf dem Subkontinent. Neben und hinter uns nimmt eine kolumbianische Familie, Mutter, 4 Kinder und Grossmutter Platz und der Schallpegel während der 3-stündigen Fahrt erreicht Höhen, die uns eine Unterhaltung schwer machen. Dafür geniessen wir die Landschaften zunächst entlang der Küste mit der langgestreckten Nehrung und den fischreichen Lagunen, Weiden mit Zebu-Rindern, kleinen Siedlungen und Gärten voller tropischer Früchte bis zur Grossstadt Barranquilla. Von dort an führt die Strasse weiter landeinwärts durch fruchtbares Hügelland mit sehr gepflegten Weiden und versteckt liegenden Haciendas bis an den Stadtrand von Cartagena. Am Busbahnhof besteigen wir das klapperige Taxi, dessen alter Fahrer uns mit seinen ständigen Flüchen über die Fahrweise der Kolumbianer, die er allerdings selber ausgiebig pflegt, auf die Nerven geht. Uns wird Angst und Bange und unser Bemühen während der ersten 10 km, die vorgeschriebenen Sicherheitsgurte anzulegen, bleibt mangels Funktionstüchtigkeit der Schlösser vergeblich. Der Alte bedeutet uns mit einer abschätzigen Handbewegung, diesen Unfug zu lassen, wir fügen uns und krallen uns an allen erreichbaren Haltegriffen fest. Zu allem Überfluss war diese Karre wohl die einzige in der ganzen Gegend ohne Klimaanlage und wir hätten bei knapp 40° gern die Fenster geöffnet, was aber wegen abgebrochener Kurbeln auch nicht möglich ist.

    Kirche in Kolumbien


    Endlich naht das Ende dieser schweisstreibenden Übung und wir nehmen Quartier in der Casa Villa Real, einem kleinen Hotel unweit der Altstadt in leider sehr lauter, verkehrsreicher Gasse. Nach kurzer Ruhepause im wohltuend klimatisierten Zimmer brechen wir zu einem ersten Stadtbummel auf. Die Wege sind kurz und wir sind nach knapp 10 Minuten in der wundervollen, kolonialen Altstadt mit ihren prächtigen Häusern, sehr gepflegten gepflasterten Gassen und Plätzen, Kirchen und Palästen. Die Stadt war ursprünglich eine von 3 der Küste vorgelagerten Inseln mit einem natürlichen Hafen, der von der imposanten Festung San Felipe, einer Stadtmauer und starken Aussenforts auf der Seeseite geschützt wurde. Von der Landseite her war die Siedlung durch ausgedehnte Lagunen geschützt, deren Uferwälder abgeholzt wurden, um freies Schussfeld von der Festung aus zu erhalten. Nach und nach wurden die Lagunen und der Küstenstreifen zugeschüttet und bebaut und die Inseln wuchsen zusammen. Unser Führer Cesar, vor 50 Jahren nach Kolumbien ausgewanderter Sohn deutscher Emigranten, die in Barcelona eine neue Heimat gefunden hatten, erklärt geduldig und kenntnisreich und mit unverkennbarem rheinischen Zungenschlag (die Eltern stammten aus Köln) die Stadt und ihre Geschichte. Nach 4-stündiger Stadtbesichtigung verabschieden wir uns von Cesar.

    Im krassen Gegensatz zu den 2 Tagen in der Stadt Cartagena steht der Ausflug mit dem Schnellboot zu den vorgelagerten Islas del Rosario. Nach etwa 1 Stunde erreicht man einen mit kümmerlichen Palmen und noch kümmerlicheren Hütten bestandenen Strand, platscht ins lauwarme Wasser und steht mit nassen Hosen und Schuhen im Sand. Die Hütten entpuppen sich als Verkaufsstände mit Getränken und Süssigkeiten oder sog. Restaurants, deren "Küchen" auf der Rückseite aus ein paar Holztischen, einer Feuerstelle und Schüsseln voller bräunlicher Brühe bestehen, von der man nicht weiss, ob es sich um Spülwasser, Suppe oder Wasser zum Händewaschen handelt. Nach der Küche folgt landeinwärts eine Lagune, deren Wasser ähnliche Farbe besitzt, etwas faulig ausdünstet und mit allem möglichen Abfall verziert ist. Wir verziehen uns seitwärts in die etwas beschatteten Korallenfelsen, entziehen uns so den in Kompaniestärke angerückten, lästigen Verkäufern und fliegenden Händlern und freuen uns auf die sehnlich erwartete Rückfahrt. Dem Reiseveranstalter ins Stammbuch: der Ausflug ist überflüssig, durchaus entbehrlich und vom Genuss eines karibischen Strandes kann unter solchen Verhältnissen auch keine Rede sein.

    Den folgenden Vormittag verbringen wir mit einem letzten Stadtrundgang, verscherbeln im "Goldrausch" unsere letzten Dollars und Pesos und treten den Rückflug übers kühle Bogotá nach Madrid an.