
alle Bilder: Dr. Frick/ Kassel
Eindrücke einer Reise durch den Kaukasus in Bildern
Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung durch die Eheleute Frick.
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Aragwimündung in die Kura
Im Nachbarland Georgien, wo unsere Reisen immer beginnen, da in der Nähe von Tiflis eine Helenendorfer Tochterkolonie (Katharinenfeld) existierte, geht es etwas ärmlicher zu aber nicht minder herzlich. Dort wird ein traditionelles Festmahl im Freien unter einer Pergola aus Weinlaub gereicht, das nichts zu wünschen übrig lässt.

Man kocht heute noch die schwäbischen Gerichte wie Krautrouladen und Maultaschen.Der georgische Schnaps Chacha ist was ganz Feines, weich, samtig, ölig. Die Leutchen sind überaus gastfreundlich, 2 oder 3 Nachbarfamilien tun sich zusammen (natürlich nur die Frauen) zur Vorbereitung des Gastmahls und tragen stundenlang die leckeren Sachen auf. Dazu wird der Hauswein gereicht-die Georgier sind Weinkenner und produzieren auch in der kleinsten Hütte ihren eigenen Tropfen.
Die Männer sterben früh oder kommen bei Unfällen ums Leben und die Frauen tragen dann bis an ihr Lebensende schwarze Kleidung. Die Kinder sind sehr aufgeschlossen, viele lernen inzwischen Englisch als 1. Fremdsprache, Russisch beherrschen offenbar nur noch die Älteren, ist nicht mehr so beliebt bei den Georgiern. Georgien ist im Vergleich zu Aserbaidschan ein sehr armes Land, sehr westlich orientiert und hat es in wenigen Jahren geschafft, die sonst übliche Korruption gänzlich auszurotten. An den Grenzübergängen stehen große Tafeln mit der Aufforderung, Bestechungsversuche durch Zöllner oder Grenzschutzbeamte sofort zu melden. Dazu ist eine Telefonnummer gedruckt, an die man Namen und Dienstnummer des Beamten durchsagt. Am nächsten Tag ist der Betroffene seinen Job los, was in Georgien absolut den Abstieg ins Elend bedeutet. Auch Verkehrspolizisten, die früher ihr Gehalt durch unerfindliche Strafgelder aufbesserten, wurden so diszipliniert.

Ganz anders die Azeris. Die Pässe von Ausländern werden grundsätzlich nach eingelegten Geldscheinen durchblättert. Wir hatten natürlich nichts eingelegt und ernteten prompt die unverhohlene Frage nach einem Bakschisch, da die Passkontrolle mehrerer Personen doch so eine harte Arbeit sei. Unser Dolmetscher blieb cool und sagte zum Zöllner sinngemäß, er bekäme Ärger mit seiner vorgesetzten Dienststelle, wenn er weiterhin auf einem Schein bestünde. Das Ergebnis war natürlich eine ungewöhnlich gründliche Prüfung der Visa und ein schikanöser Aufenthalt von über 1 Stunde.
Unsere Urgroßeltern (Friedrich und Christine Vohrer) reisten durch ganz Europa und waren Mitinhaber der Firma Gebr. Vohrer. Mehrere Hundert Angestellte und Arbeiter waren in ihren Diensten. Die ganze Herrlichkeit hatte nach 1926 ein plötzliches Ende, als die Bolschewiken mit Verhaftungen und Enteignungen zuschlugen. Das gipfelte nach Hitlers Überfall 1941 mit der Ermordung und Deportation aller Deutschen nach Sibirien oder Kasachstan, wo auch meine Großeltern umkamen. Auch das Ende der Mechanischen Fabrik (landwirtschaftliche Maschinen) Max (!) Frick war gekommen, alle sind umgekommen.
Die gesamte Region des südlichen Kaukasus war durch die Vernichtung der schwäbischen Familien und Unternehmen durch die Roten in Mitleidenschaft gezogen. So schließt sich der Kreis, und Sozialismus und Kommunismus sind schließlich 1998 dort geendet, wo sie hingehören: auf dem Müllhaufen!! Da können auch die sog. Errungenschaften von DDR u.a. nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese tollen sozialistischen Ideen ein morsches, unmenschliches System darstellen, das den Nazis an nichts nachsteht. Man muss es gesehen haben und die Geschichte begreifen, um das zu würdigen! Dagegen sind die Probleme mit dem islamistischen Gefahren heutzutage harmlos! Europa hat durch den Kommunismus Schlimmeres durchlitten.
Wollte nur mal was los werden, was mir immer bei den Lobpreisungen eingefleischter Kommunisten so auf die Nieren geht. Die lassen leider die historischen Wahrheiten aus Unkenntnis oder erfolgreicher Gehirnwäsche meist draußen vor!
Gottlob blühen die Länder im Kaukasus nun auf, soweit sie nicht zur russischen Föderation gehören, wo trotz aller Beteuerungen doch noch die alten Strukturen weiterleben.
Fortsetzungsbericht mit mehr Bildern