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Japan

      Dieser Bericht wurde von Claudia Grünbaum erstellt und uns aus Japan gemailt.

      Frau Grünbaum absolvierte ein japanisches Schuljahr und berichtete darüber.



      Das Leben in Japan


     



      Im September 2006 bewarb ich mich bei der Austauschorganisation AFS.

      AFS (American Field Service) ist eine weltweite gemeinnützige Organisation, die das Ziel hat, jungen Menschen die Moeglichkeit zu geben, ein Jahr im Ausland zu leben.

      Durch diesen Austausch soll man nicht nur ein Verstaendniss fuer eine fremde Kultur entwickeln, sondern auch gleichzeitig seine eigene Kultur repraesentieren. Nach einem Auswahltreffen, bei dem getestet wurde, ob man fuer das Leben in einem anderen Land geeigntet ist, folgten noch viele andere Vorbereitungstreffen. Schon seit laengerem beschaeftigte ich mich mit Japan und seiner Kultur.

      Der Traum einmal nach Japan zu reisen, schien mehr als unerreichbar, doch am 20. Maerz 2007 ist er Wirklichkeit geworden.. Nach einer kurzen japanbezogenen Vorbereitung, in der mir und den anderen 20 Austauschschueler letzte Tipps und Verhaltensmassnahmen erklaert wurden, begann das ¡°Abenteuer Japan¡±.

      Eine Reise, voller Aufregeung, Neugier, Freude und sogleich auch Ungewissheit. Nach einem Flug von Frankfurt aus, ueber Kopenhagen sind wir nach 12 Stunden endlich am Flughafen in Tokyo Narita angekommen. Dort verbrachten wir zusammen mit vielen anderen Austauschschuelern aus der ganzen Welt, vier Tage in einem Hotel in Osaka, damit wir nicht gleich einen Kulturschock bekommen.

      In diesem Arrival Camp merkte man sofort, dass die japanische Kultur so ganz anders ist, als die unsere. Am ersten Abend sind wir in ein traditioenlles japanisches Bad gegangen, ein so gennantes "Ofuro". Ein Ofuro ist ein Gemeinschaftsbad, in dem man bestimmte Regeln beachten muss. Bevor man in das Badebecken steigt, duscht man sich sitztend auf einem kleinen Hocker vor einem Spiegel ab. Dabei muss man beachten, dass kein Schaum in das Gemeinschaftsbecken kommt, da es von allen Badegaesten genutzt wird. Man sollte jedoch aufpassen, moeglichst lautlos in das etwa 60_70 Grad heisse Wasser zu steigen, da man ansonsten vorwurfsvolle Blicke von den japanischen Badegaesten einfangen koennte. Als Nicht Japaner kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, warum Japaner gerne gemeinsam baden. Ich konnte es mir zum Anfang auch nicht vorstellen, doch wenn man soetwas merhmals gemacht hat, kann es tatsaechlich fast Spass machen.


    In Italien mit Pferden arbeiten !

      In den ersten paar Tagen sind mir vor allem die elektronischen Geraete aufgefallen. Man konnte sie kaum uebersehen und vor allem nicht ueberhoeren. In Japan spricht naemlich alles, was mit Technik und Elektronik zu tun hat. Es gibt z.B. Fahrstuehle, die einem auf Japanisch einen schoenen Guten Tag wuenschten. Die Computerdame sagte weiterhin, dass die Tuer gerade geoeffnet oder geschlossen wird und in welcher Etage man sich gerade befinden. Sogar die Verkehrsampeln sagen -Guten Tag- und weissen daraufhin, dass es gerade gruen oder rot ist. Zum Schluss bedanken sie sich auch noch, dass man die Ampel benutzt hat. Ein etwas eindrucksvolleres Phaenomen, das zwar nicht sprechen kann, aber umso mehr Funktionen hat, sind die Toiletten. Allein eine normale Familientoilette hat mindestens 12 Knoepfe mit den verschiedensten Funktionen. Angefangen von der Temperatur der Klobrille bis hin zu den verschiedesten Hintergrundgraeuschen.

      Bevor man die Toilette betritt muss man auch noch in bereitstehende Pantoffeln schluepfen. Neben der Hightechtoilette gibt es noch eine einfache, die traditionelle japanische Toilette. Dabei handelt es sich aber nur um eine Art Hocktoilette.



      Das Warten auf unsere Gastfamilie hatte sich nach den 4 Tagen nun langsam aufgedraengt. Am 24.03 empfing mich meine Gastfamilien am Bahnhof in der Prefaektur Tottori. Mit einer herzlichen Begruessung war ich nun ein Mitglied der Familie Tokunaga. Wir haben uns vom ersten Tag an sehr gut verstanden und ebenso gab es mit der Verstaendigung keine Probleme. Wir kommunizieren mit Haenden und Fuessen, mit Englisch und von meiner Seite mit ein paar Brocken Japanisch. Durch ihre offene und hilfsbereite Art konnte ich mich in den zwei Wochen Ferien auch sehr schnell in die japanische Gesellschaft einleben und erlebte deswegen auch noch keinen Kulturschock. Obwohl ich durch meine laengere Beschaeftigung mit Japan und den sehr guten Vorbereitungen meiner Austauschorganisation, auf die japanische Kultur eingestellt war, hatte die Schule jedoch noch viele Ueberraschungen uebrig.



      Am 09. April war mein erster Schultag an der Higashi-Senior Highschool in Tottori. Mit einem Gefuehl aus Freude und Aufregung betrat ich die hisige Turnhalle, in der ich vor der versammelten Schueler-und Lehrerschaft eine kurze Rede auf Japanisch halten sollte. Die mittlerweile eingeschlafenen Schueler, die anfangs der militaerisch anmutigenden Einfuehrungsrede des Direktoers zugehoert hatten, waren nun alle hellwach, als ich auf der Buehne stand. Als Auslaender bringt man eine gewisse Beruehmtheit mit sich. Vor allem, wenn man auch noch blonde Haare und blaue Augen hat. Ich verbringe dieses Schuljahr, zusammen mit weiteren 40 Schuelern, in der 2.Klasse der Oberstufe. In Japan sind 40 bis 50 Schueler in einer Klasse Normalfall. Die ganze Schule ist einer mit der groessten Unterschiede zu Deutschland. Der Erste und wohl am auffallendeste Unterschied ist die Schuluniform. In Japan ist an jeder Schule Schuluniformpflicht und jeder hat bestimmte Regeln zu befolgen. Die Schueler duerfen nur eine bestimmte Haarlaenge haben, man darf sich weder schminken, die Fingernaegel lackieren, die Haare faerben, noch auffaellige Zopfhalter oder Schmuck Meine Schuluniform besteht aus einem blauen Faltenrock, einem blauen Blazer, einer Art Krawatte und einer weissen Bluse.

      So wie es in ganz Japan schuhfreie und nicht-schuhfreie Zonen gibt, ist auch die Schule eine schuhfreie Zone. Bevor man die Schule betritt, muss man die Schuhe ausziehen und in die mit Namen versehenen Slipper, die in kleinen Boxen am Eingang stehen, schluepfen. Die Schueler laufen in nicht gerade angenehmen Plastikslappen umherlaufen, wobei die Leher ihre privaten flauschigen Pantoffeln anhaben. Ein grosser Unterschied zwischen einer deutschen und einer japanischen Schule ist auch der Ablauf des Unterrichts. Bevor die Stunde beginnt, begruesst der Klassensprecher den Lehrer. Danach folgt eine mehr oder weniger elanvolle Verbeugung, die den Unterricht beginnt. Eine Unterrichtsstunde in Japan geht 50 Minuten lang, in der sich die Schueler zwar so gut wie nie melden, aber dafuer erholsame Minuten des Schlafes finden. Schlafen ist im Unterricht erlaubt, jedoch muss man den versaeumten Stoff aufholen, da man bis zum naehsten Tag alles eins zu eins auswendig koennen muss. Ein sehr wichtiger Bestandteil der Schule sind auch die sogenannten Club-activities. Meine Schule bietet eine grosse Bandbreite davon an. Unter anderem auch die traditionellen Sportarten Kendo (Schwertfechten) und Kyudo (Bogenschiessen). Die Club-activities sind eine erholsame und schoene Abwechslung zum harten Schulalltag. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit, in der ich hier in Japan bin, umgeht. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich in naechster Zeit noch alles erwarten wird und ich freue mich auf meine weiteren 9 Monate hier in Japan.


      Claudia Grünbaum, 30.05.2007