Italien



          Dieser Erfahrungsberichtbericht während eines mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in Italien wird mit freundlicher Genehmigung von Luise B. veröffentlicht.

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          Leben und arbeiten in Italien auf einem touristischen Reitbetrieb

          Bericht von Luise

          Ein Erfahrungsbericht





          Endlich, nach etlichen Stunden auf Teer und Asphalt, in einem engen, unbequemen Auto: weite. Grüne Wiesen, ein idyllisches Dörfchen auf einer Anhöhe, Bäume und Bäche - Koppeln, die langsam in meinem Sichtfeld erscheinen und zum Abschluss eine kleine, aus Holz errichtete Hütte mit kleiner Veranda auf der Vorderseite. Sie ist einladend dekoriert, genau wie die Bergula, auf der Rückseite der Hütte, die, von einem liebevoll gepflegten Garten und einem kleinen Pool umringt, wundervolle „Siestastunden“ erwarten lässt.

          Die wirkliche weite und wahrhaftige Schönheit des Landes, welches dieser Reitbetrieb beherbergt, konnte ich aber erst bei den vielen Ausritten entdecken und bewundern.

          Mich erwartet ein alles andere als schwarz-weißer Empfang der Hausherrin. Das einzig schwarz-weiße hier sind Bonnie und Clyde; Clyde schwarz, Bonnie weiß. Das Labrador-Pärchen empfing mich mindestens ebenso freundlich, ja vielleicht ein wenig überschwänglich, in ihrem zu Hause in der Natur.

          Jenes italienische Dörfchen, bestehend aus etwa zehn Wohnhäusern und mindestens doppelt so vielen Hütten, sollte für die ersten Wochen meine Heimat werden. Denn in einem dieser Häuser war die Wohnung, die, mit Schlafzimmer, Essküche, Bad und einem Balkon ausgestattet, ein angenehmer Ort zum Wohnen ist. In den Häusern ringsum wohnen freundliche einheimische „Mamas“ und „Papas“ und kleine Familien. Die erste Zeit war ich auf meine „Chefin“ angewiesen – mit ihren roten Haaren und der fröhlich-freundlichen Art erinnert sie ein wenig an Pippi Langstrumpf – wenn es ums einkaufen, oder andere Belange außerhalb dieser Idylle ging. Aber auch hier war sie sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Mit dem gemeinsam angeschafften Roller vereinfachte sich dann die Lage. Ich war mobil!

          Nach einigen Wochen schaffte meine Chefin einen Wohnwagen an, in den ich umzog. Zu dem Wohnwagen bekam ich meinen eigenen kleinen Garten, den wir im Stil der Koppeln mit einem Zaun aus Holzpflöcken umringten. Jetzt habe ich einen Roller, einen Wohnwagen, einen Garten, oder eben auch Koppel genannt und vor allen Dingen eine Arbeit, die mich erfüllt, mir neue Erfahrungen schenkt und mich für die Zukunft inspiriert.


           Die Betriebsleiterin zeigte mir, wie man wirklich respektvoll mit den Pferden umgehen kann, um auf Augenhöhe mit ihnen zu arbeiten. „Spielerisch lernen“ als Devise für Mensch und Tier – sehr vorbild- und fortschrittlich!

          Die Mischung aus wunderschöner Landschaft, 14 Pferden und 2 Ponys, einem guten Arbeitsklima, vielen neuen Erfahrungen und noch mehr neuen Situationen, ergibt einen wunderbar abgerundeten Geschmack, wie es die Italiener so lieben. Selbst für den Abenteuer lustigen gibt es etwas zu erleben: Der „galletto“, der Hahn auf dem Hof, macht das all-abendliche Eier holen zu einem richtigen Erlebnis und bringt den Puls an manchen Tagen auf ungewohnte Höhen.



          Mit freundlichen Grüßen,

          Luise, Italien 07.06.2008

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