Beim El-Niño bleiben die stabilen Hochdrucksysteme über dem südamerikanischen Kontinent aus, der Humboldtstrom wird schwächer, der Zufluß vom kalten Wasser bleibt aus. Buchstäblich schwappt das Warmwasser aus dem indonesischen Raum nach Südamerika zurück. Es folgt ein Algensterben, Fische ziehen sich zur Nahrungssuche in kältere, nährstoffreichere Wasserregionen zurück, die Nahrungskette wird unterbrochen, es folgt ein Sterben der Arten, die den Fischen nicht folgen können aber auf die Fische als Nahrungsgrundlage angewiesen sind (küstennahe Bewohner: Seelöwen, Robben, Küstenvögel). Letztendlich ist der Mensch durch die plötzliche Fischarmut in der betroffenen Region direkt betroffen.
Durch den schwächeren Humboldtstrom und der Erwärmung des Meeres vor Südamerika bilden sich starke Tiefdruckgebiete, die massive Regenfälle mit Überschwemmungen verursachen.
Im westpazifischen Raum geschieht das Umgekehrte, das Abfließen des wärmeren Wassers lässt die Meeresoberfläche deutlich abkühlen, Tiefdrucksysteme werden durch Hochdrucksysteme verdrängt, die Monsunregen bleiben aus, es kommt zu Dürren und Missernten mit Hungersnöten innerhalb der Bevölkerung.

Bildquelle: http://www.elnino.info
Die Wetterexperten sind sich ziemlich einig, daß das Phänomen El-Niño geringen Einfluss auf das europäische Wetter hat. Seit einigen Jahren gilt aber die Erkenntnis als gesichert, daß es im Atlantik ein ähnliches El-Niño Phänomen gibt, nämlich das Zusammenspiel des Golfstromes mit dem Entstehen für wetterbeeinflussende Azorenhochs und Islandtiefs. Ein starker Golfstrom facht die Druckgegensätze der Azorenhochs und der Islandtiefs an, starke Westwinde erzeugen milde Winter in Mitteleuropa, sibirische Kaltluft wird in den Osten abgedrängt. Ein schwächerer Golfstrom lässt Westströmungen verringern, dadurch kann sibirische Kaltluft aus dem Osten bis weit in den mitteleuropäischen Raum vordringen.
Zusammenfassend die Antwort auf die vorangegangene Frage, ob El-Niño schuld am milden Winter diesen Jahres ist, lässt sich der direkte Zusammenhang zwischen Auftreten des El-Niño im südamerikanischen Raum und einer Veränderung des Golfstromes mit Einfluss auf den Winter in Europa nicht eindeutig herstellen. Auch wenn dieses Jahr der El-Niño mit dem milden Winter in Europa zusammenfällt.
Aber innerhalb des nächsten Jahrzehntes hoffen die Wissenschaftler, beide Phänomene besser verstanden zu haben, um auch eine gewisse Vorhersehbarkeit von Witterungsverhältnissen der Jahreszeiten zu erzeugen.
El-Niño ist aber ein Phänomen, daß die Menschheit seit Jahrhunderten beobachtet und die Beobachtungen durch Aufzeichnungen belegt sind. Die genauen Ursachen werden noch erforscht. Auffällig ist das gehäufte Auftreten des El-Niño mit höherer Intensität innerhalb der letzten Jahrzehnte mit Naturkatastrophen für den südamerikanischen Raum (Überschwemmungen/ Erdrutsche) bis hin zu extrem hohen wirtschaftlichen Verlusten innerhalb der Fischindustrie und Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft südamerikanischer Länder, sowie Dürren in Südafrika und Indonesien mit Missernten und Hungersnöten, also praktisch einer Umkehrung der Wetterverhältnisse in weiten Teilen der südlichen Globushälfte.
Der El-Niño ist also ein natürliches Phänomen, daß auch ohne dem Wirken des Menschen auftritt, inwieweit der Treibhauseffekt oder andere durch Menschen verursachte Klimaveränderungen den El-Niño beeinflussen, wird noch erforscht.
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